Pulsoximeter im Test 2015 – „Kann billig auch gut sein?“

Der Sauerstoffgehalt im Körper ist ein sehr wichtiger Vitalwert und sollte regelmäßig kontrolliert werden. Vor allem bei Erkrankungen wie COPD und Asthma, aber auch bei Wanderungen in großen Höhenlagen und beim Sportfliegen ist die Überwachung der Sauerstoffsättigung unerlässlich.

Mit einem Pulsoximeter kann man die Sauerstoffsättigung und den Puls zu Hause und unterwegs messen. Pulsoximeter sind klein und kompakt, müssen aber auch zuverlässig und schnell arbeiten, um korrekte Messwerte in kurzer Zeit anzuzeigen. Hierfür ist eine einwandfreie Funktionalität entscheidend.

Ob die Pulsoximeter richtig funktionieren und korrekte Messergebnisse anzeigen, haben wir anhand eines Produkttests überprüft. Im Großen und Ganzen haben alle Pulsoximeter, die getestet wurden, gut bis sehr gut abgeschnitten. Für den Test haben wir Pulsoximeter von verschiedenen Marken ausgewählt, die sich sowohl im Design als auch im Funktionsumfang unterscheiden.

Diese Pulsoximeter werden von uns getestet

Diese Pulsoximeter werden von uns getestet: Pulox PO-300, Choice MD300C316, Choice MD300C92, Pulox PO-100 (von links nach rechts)

Bewertet wurden die Geräte aufgrund folgender Testkriterien:

– Genauigkeit der SpO-2 und Pulsmessung
– Preis/Leistung
– Funktionsumfang
– Qualität und Haltbarkeit

Im Test haben wir Geräte getestet, die in den gängigen Onlineplattformen häufig verkauft werden und bei den Kunden sehr beliebt sind:

– Pulox PO-100 für 27,95€
– Choice MD300C92 für 53,90€
– Pulox PO-300 für 89,90€
– Choice MD300C316 für 86,00€

1. Genauigkeit der Messung:
Generell ist es normal, dass es bei der Messung am Finger zu Abweichungen von 2-3% kommen kann. Das liegt daran, dass die günstigeren Pulsoximeter nicht geeicht sind und wird auch von den Herstellern der Geräte so angegeben. Allerdings ist ein genauer Wert wichtig. Deshalb legen wir hier einen besonderen Fokus.

Zum Test haben wir unsere fünf Testpersonen an ein geeichtes Pulsoxymeter angeschlossen und den genauen Wert mit einem Bluttest ermittelt.

Erstaunlicherweise gab es im Test nur geringe Abweichungen, was uns sehr positiv gestimmt hat. Das Choice MD300C92 hatte durchschnittlich 1-2% Abweichung. Alle anderen Fingerpulsoximeter waren zu 100% genau. Dieses tolle Ergebnis überraschte auch uns.
Auch beim Puls gab es nur minimalste Unterschiede. Alle vier Geräte lagen bei allen Messungen innerhalb von einem Prozent Abweichung.

2. Funktionsumfang:
Alle vier Fingerpulsoximeter messen den SpO2-Gehalt im Blut, bestimmen die Sauerstoffsättigung und messen den Puls. Dies sind die Grundfunktionen der Pulsoximeter.Das PO-300 und das MD300C316 geben auch die Pulswellen wieder, was es für den Messenden einfacher macht Schwankungen zu erkennen. Beide Geräte haben ein buntes und übersichtliches Display, allerdings hebt sich das PO-300 durch eine bessere Farbsättigung und deutliche Helligkeitsabstufungen ab.

Ein wichtiger Punkt ist die Langzeitmessung. Das können die beiden teuren Geräte problemlos. Hier punktet das Pulox PO-300 mit einer mitgelieferten PC-Software, die einfach zu installieren und bedienen ist sowie eine direkte Auswertung der Daten ermöglicht.Leider schwächeln die günstigen Geräte unter 60€, die aufgrund einer fehlenden Aufnahmefunktion für eine Langzeitmessung nicht geeignet sind. Dafür haben sich die günstigeren Pulsoximeter in der Momentmessung bewährt.

3. Qualität und Haltbarkeit:
Beim Auspacken der vier Geräte merkt man kaum einen Unterschied. Uns hat gefallen, dass das PO-100 in einem stabilen Minikoffer und mit nützlichem Zubehör geliefert wurde. Die drei anderen Geräte kamen sorgsam verpackt in Pappe und Schutzfolie an.

Alle Pulsoximeter sind wertig verarbeitet und liegen gut am Finger an. Auch bei kleineren Händen dringt kaum Umgebungslicht in die Geräte. Einzig das MD300C92 von Choice ist etwas groß und klobig geraten, die Fingerfläche ist aber genauso groß und bequem wie bei den anderen Geräten. Auch nach längerer Nutzung hatten die Probanden keine Schmerzen.

Der Klappmechanismus funktioniert bei allen Geräten einwandfrei und gut. Ein wiederholtes, dauerhaftes Öffnen und Schließen konnte keinem Pulsoximeter etwas anhaben.
Insgesamt kann man zusammenfassen, dass alle Geräte gut verarbeitet sind und für ihre Bestimmung ausgezeichnet erfüllen.

4. Preis/Leistung:
Die Preisspanne ist groß. Sie beginnt beim Pulox PO-100 mit 27,95€ und endet beim Pulox PO-300 für 89,90€. Die beiden Geräte von Choice liegen genau zwischen diesen Preisen, das Choice MD300C92 kostet 53,90€ und das Choice MD300C316 liegt bei 86,00€.

Besonders beeindruckend ist natürlich der niedrige Preis des PO-100 von Pulox. Schon für 27,95€ erhält man ein zuverlässiges Messinstrument, das damit der absolute Preisleistungssieger in der Einsteigerklasse ist. Allerdings bringt es bis auf das mitgelieferte Zubehörset nur wenige extra Features mit.

Das MD300C316 stellt sich als gutes Gesamtpaket dar und hat zu den Grundfunktionen noch ein paar Extras, was den höheren Preis rechtfertigt.

Das PO-300 ist zwar das teuerste Gerät, überzeugt aber durch seine vielen Zusatzfunktionen, u.a. Alarm und Pulston, Aufnahmefunktion sowie eine anwenderfreundliche Software.

Einzig das MD300C92 fällt ein wenig aus dem Rahmen, da die Messleistungen nicht ganz so gut sind wie bei den anderen Geräten und es mit 53,90€ trotzdem im mittleren Preissegment angesiedelt ist.

Fazit:

Allen Testern hat das PO-300 von Pulox von Anfang an am besten gefallen und konnte im Test in den Kategorien Leistung sowie Funktionsumfang vollstens überzeugen. Somit ist das PO-300 unser eindeutiger Testsieger und erhält von allen Testern ein sehr gut.

Welches Gerät man als das Richtige für sich selbst einschätzt, hängt allerdings von der Sichtweise und dem Verwendungszweck ab. Alle vier Geräte können wir vorbehaltlos empfehlen. Man sollte jedoch genau überlegen, wo und wie man das Gerät einsetzen möchte. Darauf basierend sollte die Entscheidung getroffen werden.

Das PO-100 dürfte gerade zu Hause für spontane Messungen und als Ausstattung für den Notfallkoffer geeignet sein. Das MD300C92 und das MD300C316 von Choice zielen ganz klar auf den Endverbraucher ab, der regelmäßige Messungen vornimmt. Das Pulox PO-300 kommt wohl am ehesten bei Patienten, die häufig messen müssen, in der Praxis, Klinik oder in der Pflege zu Hause zum Einsatz.

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3 Gedanken zu “Pulsoximeter im Test 2015 – „Kann billig auch gut sein?“

  1. Pingback: Wie funktioniert eigentlich ein Pulsoximeter? | Sauerstoffsättigung.de – Die Luft zu Leben, Test von Pulsoximetern, Sauerstoffgeräten oder Therapien.

  2. Pingback: Was ist eigentlich die Sauerstoffsättigung? | Sauerstoffsättigung.de – Die Luft zu Leben, Test von Pulsoximetern, Sauerstoffgeräten oder Therapien.

  3. Pingback: WPW-Syndrom | Felix Maximus

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